Was als Floß gilt
Die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) unterscheidet drei Begriffe (§ 1.01, Stand: Oktober 2026):
- Fahrzeug: unter anderem Binnenschiffe samt Kleinfahrzeugen sowie schwimmende Geräte.
- Schwimmende Anlage: eine schwimmende Einrichtung, die in der Regel nicht zur Fortbewegung bestimmt ist, etwa eine Badeanstalt, ein Dock, eine Landebrücke oder ein Bootshaus.
- Schwimmkörper: ein Floß und andere einzeln oder in Verbindung fahrtauglich gemachte Gegenstände, soweit sie nicht Fahrzeug oder schwimmende Anlage sind.
Ein Floß mit Hütte ist also zunächst ein Schwimmkörper. Je nach Ausstattung und Nutzung kann die Behörde es auch als Fahrzeug oder als schwimmende Anlage einstufen. Die Einstufung nimmt die Behörde im Einzelfall vor. Hintergründe zu Schwimmkörpern als Bauteil stehen im Ratgeber hausboot schwimmkörper.
Rechtliche Hinweise
Nach der BinSchStrO (§ 1.21, Sondertransporte) braucht die Fortbewegung eines Schwimmkörpers eine Erlaubnis, soweit dabei nicht offensichtlich eine Behinderung oder Gefährdung der Schifffahrt oder eine Beschädigung einer Anlage ausgeschlossen ist (Stand: Oktober 2026). Das betrifft vor allem die Fahrt zum Liegeplatz. Außerdem kann auf bestimmten Wasserstraßen eine Fahrtauglichkeitsbescheinigung verlangt werden. Ob das für dein Revier gilt, erfährst du beim zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt.
Wenn das Floß dauerhaft an einem Ort liegen soll, sind weitere Genehmigungen denkbar. Nach Darstellung von hausboot-bau.de gilt ein schwimmendes Haus ohne Motor und Steuerung als stationäres Bauwerk mit Bau- und Wasserrechtsgenehmigung, während ein tatsächlich genutztes Wasserfahrzeug anders behandelt werden kann (Stand: Oktober 2026). Welche Regeln bei deinem Vorhaben gelten, hängt von Gewässer, Gemeinde und Land ab. Einen Überblick bietet hausboot genehmigung. Zur motorlosen Variante siehe hausboot ohne motor kaufen.
Im Einzelfall die zuständige Behörde fragen. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
Worauf du beim Kauf eines Floßes achten solltest
- Schwimmkörper: Material (Kunststoff, Aluminium, Stahl, Beton), Dichtigkeit, Zustand und Zahl der Kammern. Frage nach Wartungsnachweisen.
- Tragfähigkeit: Wie viel Aufbaugewicht, Ausrüstung und Personen darf das Floß tragen? Verlange Angaben schwarz auf weiß.
- Aufbau: Dichtigkeit, Dämmung, Belüftung und Brandschutz der Hütte. Bei Holzaufbauten auf Feuchteschäden achten.
- Antrieb: Manche Flöße haben keinen Motor, andere einen Außenborder. Bei Antrieb über 11,03 kW (15 PS) kann ein Führerschein nötig sein, siehe führerscheinfreies hausboot kaufen.
- Verankerung: Wie wird das Floß gesichert? Pfähle, Ketten und Stegverbindungen müssen für Wind, Wellen und gegebenenfalls Hochwasser ausgelegt sein.
- Unterlagen: Kaufvertrag, Eigentumsnachweis, Herstellerangaben. Eine Vorlage findest du unter kaufvertrag hausboot.
- Liegeplatz: Ohne zugelassenen Liegeplatz kannst du das Floß nicht nutzen. Siehe liegeplatz für hausboot.
Anbieter und Modelle
Wer ein Floß mit Hütte kaufen will, findet bei Herstellern und im Gebrauchtmarkt unterschiedliche Konzepte, von der reinen Plattform bis zum fertigen Wohnaufbau. Gebrauchte oder neue Flöße findest du bei Herstellern, Werften und im Marktplatz. Eine Hersteller-Übersicht steht unter hausboot hersteller. Zwei Beispiele, die wir bei Anbietern gefunden haben:
- Rollyboot: Der Anbieter beschreibt kompakte Hausboote unter 10 m Länge und 3 m Breite mit einem Gewicht unter 1,5 Tonnen. Die Preise liegen laut Website zwischen ab 59.500 Euro (Familyboot) und ab 79.500 Euro (Evolution), Stand: Oktober 2026. Mehr zum Anbieter: rollyboot hausboot und zum Modell rollyfloß kaufen.
- Perebo: Der Anbieter liefert Pontonplattformen, auf denen du selbst ausbaust, und fertige Hausboote der Serien PH10 bis PH30. Preise nennt Perebo auf Anfrage. Einen Bausatz im engeren Sinne gibt es nicht, siehe hausboot bausatz.
Wer ein Floß lieber selbst bauen will, findet Hintergründe unter hausboot selber bauen. Einen Ponton als Basis zeigt ponton hausboot kaufen.
Ein Floß prüfen: praktische Schritte
Lass dir vor dem Kauf die Maße, das Gewicht und die Bauweise der Schwimmkörper schriftlich geben. Besichtige das Floß möglichst an Land oder im Kran, damit du die Unterseite sehen kannst. Frage nach dem bisherigen Liegeplatz und danach, ob für das Floß schon Genehmigungen vorlagen und ob sie auf dich übergehen. Bei Holzaufbauten ist ein Blick auf Dach, Anschlüsse und Fußboden wichtig, weil dort Feuchte entsteht. Ein unabhängiger Gutachter kann Rumpf und Aufbau beurteilen, siehe hausboot gebraucht kaufen worauf achten.
Reviere
Ob ein Revier für dich passt, hängt von Genehmigungslage, Liegeplatz und Befahrensregeln ab. Beispiele sind die Reviere hausboot kaufen mecklenburgische seenplatte und hausboot kaufen havel. Die Behörde vor Ort weiß am besten, was erlaubt ist.
Kosten
Neben dem Kaufpreis fallen Liegeplatz, Versicherung, Wartung und gegebenenfalls Strom und Wasser an. Eine Übersicht bietet der Kosten-Ratgeber was kostet ein hausboot. Bei knappem Budget siehe hausboot günstig kaufen.
Ein Floß fällt in die Grauzone zwischen Boot und Gebäude, deshalb lohnt sich ein frühes Gespräch mit der zuständigen Behörde. Bringe dazu Maße, Bauart, geplanten Standort und Nutzungszweck mit. Dann kann sie dir sagen, welche Verfahren in deinem Fall anstehen.
Alle Angebote findest du auf der Startseite hausboot kaufen. Wenn gerade nichts Passendes inseriert ist, hilft ein Suchauftrag: hausboot gesucht. Wir vermitteln nur den Kontakt und erheben keine Provision (Stand: Oktober 2026).
Häufige Fragen
Was ist ein Hausfloß?
Ein Hausfloß ist ein schwimmender Aufbau, zum Beispiel eine Hütte, auf Schwimmkörpern oder Pontons. Die Bezeichnung ist nicht rechtlich definiert. Die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung kennt den Begriff „Schwimmkörper“, zu dem auch das Floß zählt, soweit es weder Fahrzeug noch schwimmende Anlage ist.
Brauche ich eine Genehmigung für ein Floß mit Hütte?
Auf Bundeswasserstraßen kann die Fortbewegung eines Schwimmkörpers erlaubnispflichtig sein, wenn eine Behinderung oder Gefährdung der Schifffahrt oder die Beschädigung einer Anlage nicht offensichtlich ausgeschlossen ist (BinSchStrO § 1.21, Stand: Oktober 2026). Ein dauerhaftes Liegen braucht in der Regel weitere Genehmigungen. Frage die zuständige Behörde im Einzelfall.
Darf ich auf einem Hausfloß dauerhaft wohnen?
Das ist eine Frage des Bau- und Wasserrechts und hängt von Gewässer, Standort und Behörde ab. Ein Hausfloß ist nicht automatisch als Wohnort zulässig. Mehr dazu unter [auf dem hausboot wohnen](/ratgeber/dauerhaft-wohnen).
Was kostet ein Floß?
Das hängt von Größe, Material und Ausbau ab. Einen Preis nennen wir nur bei belegter Quelle. Anbieter wie Rollyboot nennen Preise ab 59.500 Euro für Hausboote (Herstellerangabe, Stand: Oktober 2026). Allgemein dazu: [was kostet ein Hausboot](/ratgeber/was-kostet-ein-hausboot).
Kann ich ein Floß selbst bauen?
Technisch ja, rechtlich musst du Fahrtauglichkeit, Genehmigung und Liegeplatz klären. Hintergründe stehen im Ratgeber [hausboot selber bauen](/ratgeber/selber-bauen).
Quellen & Stand
Rechts- und Preisangaben: Stand: Oktober 2026 · zuletzt aktualisiert 04.10.2026. Angaben ohne Gewähr; im Einzelfall die zuständige Behörde fragen. Keine Rechtsberatung.
- Genehmigung für schwimmende Häuser und Hausboote – hausboot-bau.de (abgerufen 04.10.2026)
- Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO 2012), §§ 1.01 und 1.21 – Bundesministerium der Justiz (abgerufen 04.10.2026)
- Hausboote und Pontonplattformen – Perebo (abgerufen 04.10.2026)
- Rollyboot – Hausboote – Rollyboot (abgerufen 04.10.2026)