Landesrecht und Bundeswasserstraßen
Niedersachsen hat ein eigenes Wasser- und Baurecht, das neben dem Bundesrecht gilt. Viele wichtige Gewässer sind jedoch Bundeswasserstraßen, etwa der Mittellandkanal, und damit Sache des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts. Für Hausboote an Bundeswasserstraßen ist deshalb zusätzlich zu Landesgenehmigungen eine strom- und schifffahrtspolizeiliche Genehmigung nötig. Wie das Verfahren grundsätzlich abläuft, beschreibt das WSA Spree-Havel in einem Infoblatt (Stand 01/23): Genehmigung nach § 31 WaStrG, Genehmigung der Landeswasserbehörde nach dem Wasserhaushaltsgesetz, Nutzungsvertrag mit dem Bund, Lage außerhalb der Fahrrinne und nachgewiesenes landseitiges Zugangsrecht. Für niedersächsische Ämter gilt dasselbe Bundesrecht, die Zuständigkeit liegt aber bei anderen Dienststellen. Mehr dazu: Hausboot-Genehmigung.
Nach dem Ems-Vechte-Surfer (Mai 2019) bleibt der Unterschied zwischen Fahrzeug und Bauwerk entscheidend: Motorisierte Hausboote können als Sportboote registriert werden, während ein schwimmendes Haus ohne Motor baugenehmigungspflichtig ist. Das Genehmigungsverfahren sei zeitaufwendig und bremse den Ausbau. Zur Abgrenzung: Floating Home oder Hausboot und Hausboot anmelden.
Hausboot Hannover: Ihme, Leine und Mittellandkanal
In Hannover wurde 2026 geprüft, ob Liegeplätze zwischen Ihme-Zentrum und Wasserkunst für Hausboote oder Hotelschiffe als Dauerwohnraum infrage kommen. Der Bezirksbürgermeister hatte angesichts des angespannten Wohnungsmarkts nachgefragt. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mittellandkanal lehnte ab: Der Bereich Leine/Ihme sei wegen häufigen Hochwassers nicht geeignet, Boote könnten bei Hochwasser nicht geborgen werden. Die Stadt bestätigte nach dem Bericht bestehende Nutzungen, etwa den Dauerliegeplatz des Kulturschiffs ZuKunst am ehemaligen Heizwerk und zwei Dauerliegeplätze für Boote der Eigentümer des Ihme-Zentrums, und erklärte, neue dauerhaft bewohnte Boote seien für Ihme und Leine nicht genehmigt (Punkt Linden, Mai 2026).
Für dein Hausboot in Hannover heißt das: Auf Ihme und Leine ist Dauerwohnen derzeit keine Option. Wer ein Boot mit Dauerliegeplatz sucht, sollte auch andere Standorte und Gewässer prüfen, etwa Sportboothäfen am Mittellandkanal; belegte Angebote und Preise dazu haben wir nicht und nennen deshalb keine. Für die Platzsuche hilft die Übersicht Liegeplatz für Hausboot und die Seite Hausboot mit Liegeplatz kaufen.
Hausboot Bremen kaufen: Besonderheiten des Stadtstaats
Bremen ist kein Teil Niedersachsens, taucht bei Suchenden aber oft zusammen mit dem Umland auf. Der Bremer Senat beantwortete im Oktober 2016 eine Anfrage zu Floating Homes (Drucksache 19/779). Wesentliche Punkte:
- Der Tidenhub beträgt in Bremen bis zu rund 4,20 m und stellt besondere Anforderungen an Statik, Barrierefreiheit und Rettungswege; technisch seien sie lösbar, aber teuer.
- Geprüft wurden 30 Standorte; fast alle hätten neben dem Tidenhub weitere Hindernisse. In den Sportboothäfen sei kein Leerstand zu beobachten, und die planungsrechtliche Zuordnung lasse dort dauerhaftes Wohnen auf Floating Homes derzeit nicht zu.
- Im Europahafen in der Überseestadt war eine rund 400 m lange Wasserfläche als Pilotstandort vorgesehen; als dauerhafter Standort war sie noch nicht ausgewiesen. Technisch kämen an einem solchen Anleger etwa 30 Liegeplätze in Betracht.
Der Weser-Kurier berichtete im Oktober 2016 von einer Absage des Bauressorts an schwimmende Häuser und nannte Infrastrukturkosten von etwa 100.000 Euro pro Liegeplatz. Das sind Zahlen und Aussagen von 2016. Ob sich die Lage seither geändert hat, kannst du nur bei der Stadt erfragen. In Bremerhaven liegt nach dem Senat seit Sommer 2016 ein schwimmendes Ferienhaus in der Marina des Neuen Hafens. Wenn du ein Hausboot in Bremen kaufen möchtest, ist die Liegeplatzfrage also noch wichtiger als anderswo.
Oldenburg, Hunte und Naturschutz
Am Fluss Hunte bei Oldenburg waren laut Ems-Vechte-Surfer (2019) nur zwei dauerhaft liegende Hausboote erlaubt, weil Steg- und Abwasserbau den Naturraum beeinträchtigen würden. Eines davon sei das für die Hunte entworfene Hausboot „Silberfisch". Die Zahl bezieht sich auf 2019; frage heute nach, ob sie gilt. Der Artikel nennt außerdem Bremerhaven, wo kleine Mietboote über Sportboot-Zulassung betrieben werden, und stellt fest, dass vielen Häfen die Infrastruktur für Dauerlieger fehlt (Strom, Frischwasser, ausreichend große Liegeplätze). Die Nachfrage übersteige das Angebot bei Weitem.
Überführung zum Liegeplatz
Ein Hausboot, das nicht zur Fortbewegung bestimmt ist, muss zu seiner Liegefläche gebracht werden. Auf Bundeswasserstraßen verlangt das WSA dafür eine Genehmigung für einen Sondertransport nach § 1.21 der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, auch bei einem Standortwechsel oder einer Fahrt zur Werft. Vor dem Transport nimmt das Amt den Verband vor Ort ab (Infoblatt WSA Spree-Havel, Stand 01/23; die Verordnung gilt bundesweit, zuständig ist jeweils das örtliche Amt). Plane Zeit und Kosten für Transport, Kran und Genehmigung ein, bevor du einen Kaufvertrag unterschreibst; Eine Vorlage für den Vertrag findest du unter Kaufvertrag Hausboot.
Küste und Reviere
Die niedersächsische Küste mit Ostfriesland gehört zum Revier Hausboot Nordsee kaufen; für die Unterelbe siehe Hausboot Elbe kaufen. Wer im Norden in einer Großstadt sucht, findet die Hamburger Regeln unter Hausboot kaufen Hamburg. Für ein Hausboot für Binnengewässer helfen Hersteller und Typen: Hausboot-Hersteller.
Wohnen an Bord
Dauerhaftes Wohnen braucht eine planungsrechtlich zulässige Nutzung, geregelte Ver- und Entsorgung und eine genehmigte Liegestelle. Die Auswertung zeigt für Hannover und Bremen eher Hürden als Chancen. Grundlagen findest du im Ratgeber auf dem Hausboot wohnen und bei den Ratgebern zu Hausboot zum Wohnen kaufen; zur Technik: Hausboot Strom. Wer erst testen will, kann über Hausboot mieten ein Boot kennenlernen.
Checkliste
- Ist der Liegeplatz genehmigt, und für welche Nutzung (Freizeit oder Wohnen)?
- Ist die Gewässerart geklärt (Bundeswasserstraße, Landesgewässer, Hafen, Privatgrund)?
- Liegt der Platz in einem Überschwemmungs- oder Naturschutzgebiet?
- Sind Strom, Frischwasser und Abwasser geregelt?
- Wer ist Vertragspartner, und ist der Platz übertragbar?
Wir vermitteln nur den Kontakt zwischen Käufern und Verkäufern und erheben keine Provision. Das ist keine Rechtsberatung (Stand: Oktober 2026).
Häufige Fragen
Darf ich in Hannover auf der Ihme oder Leine dauerhaft auf einem Hausboot wohnen?
Nach einer Anfrage im Stadtbezirk Linden-Limmer hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mittellandkanal das abgelehnt: Der Bereich Leine/Ihme sei wegen häufigen Hochwassers nicht für dauerhaftes Liegen und Bewohnen von Hausbooten geeignet. Die Stadt bestätigte, dass dort keine neuen dauerhaft bewohnten Hausboote zugelassen sind (Punkt Linden, Mai 2026).
Braucht ein schwimmendes Haus in Niedersachsen eine Baugenehmigung?
Presseberichten zufolge ja: Während motorisierte Hausboote als Sportboote registriert werden können, gilt ein schwimmendes Haus ohne Motor als baugenehmigungspflichtig (Ems-Vechte-Surfer, Mai 2019). Verbindlich klärt das die untere Bauaufsichtsbehörde (Stand: Oktober 2026).
Wie sieht es mit Hausbooten in Bremen aus?
Bremen ist ein eigenes Bundesland. Der Senat nannte 2016 den hohen Tidenhub von bis zu 4,20 m, fehlende planungsrechtliche Wohnnutzung in Sportboothäfen und volle Marinas als Hindernisse. Ein Pilotstandort im Europahafen war 2016 noch nicht als dauerhafter Standort ausgewiesen.
Wo darf ich in Niedersachsen mein Hausboot überhaupt festmachen?
Das hängt vom Gewässer ab: Marina, Verein, Privatgrundstück oder Bundeswasserstraße wie Mittellandkanal oder Weser haben jeweils andere Genehmigungswege. Am Fluss Hunte bei Oldenburg waren laut Presse 2019 wegen des Naturschutzes nur zwei dauerhaft liegende Hausboote zugelassen.
Wie finde ich einen Liegeplatz?
Der Ems-Vechte-Surfer zitierte 2019 einen Experten, die Nachfrage übersteige das Angebot an Liegeplätzen bei Weitem; viele Häfen hätten keine Infrastruktur für Dauerlieger. Beginne beim Hafenbetreiber, bei Vereinen und bei der Kommune.
Quellen & Stand
Rechts- und Preisangaben: Stand: Oktober 2026 · zuletzt aktualisiert 04.10.2026. Angaben ohne Gewähr; im Einzelfall die zuständige Behörde fragen. Keine Rechtsberatung.
- Dauerhaftes Wohnen auf der Ihme nicht möglich (Mai 2026) – Punkt Linden (abgerufen 04.10.2026)
- Hausboote, Floating Homes. Antwort des Senats, Drucksache 19/779 (18.10.2016) – Bremische Bürgerschaft (abgerufen 04.10.2026)
- Leben auf dem Hausboot bleibt vielerorts ein Traum (Mai 2019) – Ems-Vechte-Surfer (abgerufen 04.10.2026)
- Absage an schwimmende Häuser (14.10.2016) – Weser-Kurier (abgerufen 04.10.2026)
- Allgemeine Informationen zu Hausbooten/Wohnschiffen in Bundeswasserstraßen (Stand 01/23; Verfahren des WSA Spree-Havel als Beispiel) – Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel (abgerufen 04.10.2026)